Motetten von Schütz, Schein, Bach, Mendelssohn und Brahms

Kirche Polditz St. Nicolai (Polditz, 04703 Leisnig)

Concerto Vocale
Denny Wilke, Orgel
Leitung: Gotthold Schwarz

 

Zwei wichtige Feiertage prägen die kirchenmusikalische Praxis schon seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts in besonderer Weise: Der Buß- und Bettag sowie der gleich darauffolgende Ewigkeitssonntag. Beide Tage markieren das Ende des Kirchenjahres.
Obgleich der Bußtag sich erst am Ende des 19. Jahrhunderts als offizieller Feiertag durchgesetzt hat (inzwischen aber bereits wieder hinterfragt wird), gab es ‒ vor allem in Notzeiten ‒ schon lange zuvor Buß- und Bittgottesdienste. Sie gaben bedrängten und verzweifelten Menschen Halt, Trost und Zuversicht, wenn zerstörerische Naturereignisse, Kriege, Pestepidemien oder Brandkatastrophen ihr Leben existenziell bedrohten. Direkte Bezüge zu solchen Geschehnissen finden wir mehrfach in den Werken von Bach, Schein, Schütz und anderen Komponisten ihrer Zeit.
1816 wurde der letzte Sonntag vor dem 1. Advent zum „allgemeinen Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen“ erklärt. Namentlich die Komponisten der romantischen Musikepoche haben sich mit dem Sujet Sterben, Tod und Auferstehung substantiell auseinandergesetzt ‒ unter ihnen Felix Mendelssohn Bartholdy und Johannes Brahms. Im Barockzeitalter, als der Tod noch ständiger Begleiter des Lebens war, thematisierten ihn fast alle Komponisten, insbesondere Schütz, Schein und Bach.
A. G.